Game Boy (kaputt-gemoddet), die Auferstehung

AliExpress hat geliefert – ging schneller als gedacht. Jetzt wird es Zeit, meinem kaputt-gemoddeten Game Boy zu neuem Glanz zu verhelfen. Das “DMG Retro Pixel IPS Screen Kit hohe Licht Hintergrund Beleuchtung Helligkeit für Game Boy” von FunnyPlaying sah einfach zu cool aus, um es nicht zu versuchen. Natürlich bedeutete das filigranes Löten – genau mein Ding. Scheitern war also vorprogrammiert.

Der wesentliche Punkt der Arbeit war die Entfernung des Bivert-Moduls vom Main-Board des Game Boy. Vor drei Jahren hatte ich das unter Schweiß und Tränen unter zwei Pins der Steckverbindung gelötet. Nachdem das IPS-Kit aber mit einer neuen Front-Platine kam, die ein unverändertes Signal vom Main-Board erwartete, musste das Modul wieder raus. Gott weiß, was passiert, wenn man das neue Display mit dem Bivert betreibt. Am wahrscheinlichsten wäre für mich ein Riss im Raum-Zeit-Kontinuum.

Direkt Spaß hat das jetzt nicht gemacht, aber am Ende hatte ich ein in den Urzustand zurückversetztes Game Boy-Main-Board. Dachte ich zumindest. Das Scheitern kündigt sich schon an, gell? Erstmal ging’s aber damit weiter, das freigelötete Main-Board in die neue Shell zu bauen. Ich will nicht angeben, aber das kann ich inzwischen fast blind. Das ist auch nötig, denn wie ich beim Rauslöten des Bivert gemerkt hatte, war ich mittlerweile auch praktisch blind. Ach ja, vorher noch den CleanPower V2 von RetroSix rein, dann ist der Game Boy hinten schon mal fertig.

Testweise steckte ich den vorderen Teil erstmal lose zusammen, verband ihn mit dem Flex-Kabel-Port auf dem Main-Board, packte ein paar Akkus (merken!) rein und legte voller Hoffnung den Schalter um. Und tadaaa… Nix. Power-Led ist an, es kommt das Game Boy-Ping aus dem eingesteckten Kopfhörer (Lautsprecher löt ich zum Schluss an) aber kein Bild auf dem Display. Es zuckt nicht mal.

The Game Boy Dance

Bevor ich mich mit AliExpress rumschlage (Reklamation und so) hole ich erstmal meinen anderen gemoddeten DMG, von dem ich weiß, dass das Main-Board einwandfrei funktioniert, und stecke das FunnyPlaying-Zeugs an. Es geht. Mist, bin also mal wieder ich schuld und niemand sonst.

Was ist die Schlussfolgerung für mich? Logisch: beim Rauslösten des Bivert hab ich das Main-Board zerstört, was sonst? Leider habe ich keins übrig und meine anderen beiden DMGs will ich nicht permanent zerlegen. Also gehe ich recht gefrustet gegen 23 Uhr auf eBay und suche mir einen passenden Spender-Game Boy. Irre, was das Zeug aktuell kostet. Ihr spinnt alle. Ich auch. Zur Strafe muss ich vier Tage warten bis der Spender eintrifft.

Dann geht’s schnell: Spender testen, zerlegen, CleanPower vom (vermeintlich!) kaputten Main-Board auf das Spender-Board umlöten, alles zusammenbauen und… läuft! Wir haben einen komplett weißen Game Boy. Freu!

Der Nerdlinger wirft nix weg (Epilog)

Natürlich hatte ich nach dieser Nummer einige Teile übrig. Genaugenommen sogar einen kompletten Game Boy. Gut, das Main-Board geht nicht, aber bevor ich die Teile hier lose rumfliegen habe, baue ich das alles zusammen. Sieht besser aus und eBay wird sich freuen.

Nach dem Zusammenbau schmeiße ich spaßeshalber ein paar Batterien (nicht Akkus, s.o.) in die Kiste und zack, das Ding lebt! Des Rätsels Lösung: Die Akkus bei meinem ersten Test waren offenbar schon so runter, dass es zwar für Power-LED und Sound gereicht hat, nicht aber für das neue hippe Display. Das Main-Board war nie kaputt. Offenbar löte ich besser als ich es mir zutraue. Scheitern ohne zu Scheitern – echt next Level.

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